Ich träume manchmal was ich lebe. Und ich lebe manchmal was ich träume.
Es gibt Dinge die sehen wir nicht und deshalb interessiert es uns nicht oder wir glauben daran nicht. Aber es gibt auch Dinge die sehen wir nicht und es gibt sie trotzdem.
Wenn man noch jünger ist und noch ein angemessenes Leben durch seine Eltern und Geschwister führen kann, wird man davon wahrscheinlich nur träumen. Vielleicht erlebt man es auch. In der Liebe, man träumt sie, man hat jemanden mit der man sie Leben kann. Aber man wird enttäuscht. Man kann aber auch ein Ende der Liebe träumen und man lebt das Gegenteil. Oder man träumt eine Ende der Liebe und man erlebt das Ende der Liebe wirklich.
Das Leben ist so ähnlich.
Ich habe viel geträumt. Und ein Traum hat mich bewegt und er geht mir nicht aus dem Kopf.
Immer wieder sehe ich dieses Bild und immer wieder hatte ich ihn geträumt. Nun träume ich ihn nicht mehr, weil ich weiß was aus diesem Traum stimmt und was nicht stimmt, bzw. was Wahrheit ist und was Klarheit ist.
Ich stand plötzlich auf einer Strasse die kalt wirkte. Es war ein langer Asphaltboden wie man ihn von Autobahnen kennt. Jedoch war er schmaler, wie eine normale Strasse die durch jedes beliebige Dorf führt. Auch diese Strasse war eine solche, die durch ein beliebiges Dorf führt. Doch es war kein normales Dorf.
Ich blickte den Weg bis zum Ende hinauf, doch das Ende war nur ein lichtheller Horizont und ich konnte nicht erkennen wo ich landen würde wenn ich diesem Weg folgen würde. Nun stand ich also auf dieser Strasse und etwas ein paar Meter vor mir war dieses Dorf..
Doch ich sah das Dorf hatte keine Farbe. Kein Leben.
Es war wie eine Wüste auf der die alten Häuserwracks standen. Zerstört, zerfallen und verlassen. Das einzige was einen halbwegs lebenden Eindruck machte war die Strasse auf der ich stand. Ich wollte umkehren und zurückgehen. Doch ich wusste das es hinter mir nicht anders aussah und ich nicht zurück konnte. Ich weiß nicht woher ich das wusste, aber ich hatte das Gefühl ich hätte nur den einen Weg.
Langsam begann ich einen Schritt nach dem anderen zu setzen und mich langsam in ein altes verödetes Dorf zu begeben. Die Fassaden der Wände waren mit großen putzlosen Flächen geprägt. Die Farbe der Häuser hatte eine dunkle braunorange Mischung.
Auch der Himmel wies diese Farben auf.
Es schien auch keine Sonne, es sah aus als ob der ganze Himmel eine Wolke dieser Farbe wäre und kleine etwas hellere braunorange färbende Strahlen auf den trockenen Sand warf.
Halb zerstört und zusammengefallen sah ich mir das erste Haus auf der linken Seite an. Es hatte größere Fenster und hatte die Form eines normalen Einfamilienhauses.
Plötzlich fing ich an in meinem Traum an zu träumen und ich stand vor diesem Einfamilienhaus. Ich lugte durch das Fenster und erkannte eine Ehepaar und ein schätzbar 4 Jahre altes Kind. Glücklich saßen die Eltern zusammen und bestaunten ihren kleinen Engel wie er durch das Wohnzimmer rannte und lachte.
Ich sah mir das Haus an. Es war nicht mehr zerstört wie in meinem Traum. Es war in einem wunderschönen weiß gestrichen und es hatte feuerrote Dachziegeln. Um den Haus konnte man einen schönen Vorgarten mit vielen schönen Blumen erkennen.
Noch einmal wollte ich durch das Fenster schauen, doch dann riss es mich zurück in meinen alten Traum und ich stand an diesem Fenster und schaute hinein. Es war leer. Die Möbel waren zerfetzt und es fehlte wie vorher die Hälfte. Mir glitt eine Träne aus dem Auge als ich mich umdrehte und mich zurück auf den Fußweg machte.
Ich ging ein Stück weiter. Und ich sah eine alte Schule, welche wahrscheinlich eine Grundschule war. Ich ging ihr nah und stellte mich ans Tor. Ich sah einen Schulhof mit einem Spielplatz und einem Fußballplatz.
Und wieder riss es mich in diese andere Welt und ich sag wie die Kinder Fußball spielten und an den Klettergerüsten mit den Köpfen in Richtung Sand hingen. Es war ein schöner Anblick. Die Erzieher riefen nach den Kinder wenn es Kaffeezeit war.
Alle stolzierten sie zu den Erziehern und setzten sich auf die große grüne Rasenfläche auf dem sich der Fußballplatz befand.
Mit einem Ruck stand ich auf dem Fußballplatz und wieder stand ich in dieser kleinen engen verödeten Welt.
Alles war leer. Keine Kinder spielten, lachten, schrieen oder weinten. Ich ging vom Schulhof und betrat die Straße. Wieder ging ich ein paar Meter auf diesem verlassenem Weg.
Als ich an der Schule vorbei war hörte ich hinter mir diese Stimmen. Diese Kinder die lachen und spielen. Aber ich wusste das ich mich nicht umdrehen konnte. Ich wusste das sie leer war, genau wie dieses Haus der glücklichen Familie. Tränen liefen mir über das Gesicht. Warum weinte ich gerade? Ich wusste es selber nicht.
Ich schritt also weiter voran und obwohl ich nicht in große Anbetracht nahm stand ich wieder in dieser neuen Welt.
Alles was vorher so öde war schien wie ein Paradies. Die Straßen war mit Fußwegen verziert.
Auf den Wegen liefen Leute und es bellten Hunde. Es fuhren Autos und man sah viele Ampeln die das Verkehrsklima aufheiterten und mir ein Zeichen von Leben gaben.
Ich schaute mich um. An der Schule hielt ein Bus und die Kinder sprangen mit lachenden Gesichtern ein. Die hübschen neuen Häuser an den Wegrändern wurden durch hohe grüne Bäume geziert und jetzt gab es auch keinen Sand mehr, sondern nur noch große grüne Wiesenflächen auf denen sich Gänseblümchen und Löwenzahn breit machten und viele Hundebesitzer mit ihren Hunden spielten.
Wieder stieg in mir dies Glücksgefühl auf, doch verzog es nach einigen Sekunden da ich wusste das es in einigen Sekunden wieder vorbei war.
Doch es endete nicht und ich ging weiter und betrachtete diese Leute. Dann sahen die Leute mich an und kamen auf mich zu. Es war wie Leben, wie echt. Dann ging ich auf sie zu und sie lächelten mich an.
Ihre Hände kamen näher um mich festzuhalten. Aus den glücklichen Menschen wurde nur traurige Menschen mit ernster Miene die nach mir schrieen. Sie versuchten meine Hand zu greifen das sog mich irgendetwas.
Ehe ich noch eine Hand greifen konnte wurde ich zurück in die so tot scheinende Welt geschleudert.
Ich weinte und ich wusste warum. Ein einsamer Mensch war. Ich sah diese verlorene Welt in der ich gefangen war und wusste das die Welt ungerecht war.
Ich ging die Straße weinend weiter und ich sah das Ende dieser Straße. Ich rannte darauf zu, doch das was mir begegnete war ein großer Abhang ins Nichts.
Ich stand an dieser Klippe und starrte hinunter. Es war kein Ende in Sicht, denn der erhoffte Boden den ich sehen wollte sah genauso aus wie der Himmel über mir.
Ich weinte immer mehr. Warum ist diese Welt so schlecht? Wieso ist sie so unfair?
Warum voller solcher Intrigen und Lügen, Betrügereien und Verbrechen? Wieso?
Was macht es eigentlich für einen Sinn zu Leben?
Ich starrte wieder diesen Abhang hinunter und mir kam der Gedanke.
Innerlich brüllte meine Seele nach dem Ende und dem Sprung ins Nichts.
Ertragen konnte ich es nicht mehr alleine zu sein. Also sah ich hinunter und ich machte mich bereit ins das Nichts zu springen.
Dreh dich nicht um und beende es, dachte ich mir. Einfach springen dann ist alles vorbei. Ich kämpfte mit mir selbst.
Alles krampfte und es tat weh. Jeder Gedanke zerrte mich nach unten, zu springen. Es ist vorbei. Diesen Satz hörte ich sehr oft. Immer wieder :?Es ist vorbei?.
Es schien als ob sich meine Füße allein auf dem Sandboden bewegten in Richtung Abgrund.
Und wieder hörte ich den Satz: ?Es ist vorbei, Es ist vorbei?.
?Nicht umdrehen, Vergangenheit ist Vergangenheit?, dachte ich mir.
Doch ich musste dagegen Ankämpfen mich nicht umzudrehen. Doch dann riss es mich nach unten und gleichzeitig drehte ich mich um. Und ich sah das Paradies und wie die Menschen dort standen und auf mich warteten.
Sie hatten gewartet. Auf mich, das ich mich umdrehe. Das ich nicht davon laufe. Mich dem Schicksal stelle und nicht davor flüchte indem ich mich umbringe.
Hätte ich mich umgedreht, dann würde ich das Paradies sehen. Dann würde ich aber auch die Wahrheit kennen. Dennoch bin ich geflüchtet und ich sehe in den Blicken der Menschen wie enttäuscht sie sind.
Geflüchtet bin ich, vor dem harten grausamen Leben, in welchen man aber auch viele Glücksmomente erleben kann. Doch ich war zu schwach und verlasse nun diese Welt. Ich sank den Abgrund hinunter. Wie in Zeitlupe betrachtete ich diese enttäuschten Gesichter.
Ich hatte verloren und bevor ich nur noch ein Zentimeter hoch über den Erdboden schauen konnte während ich den Abhang hinunter stürzte, konnte ich sehen wie alle glücklichen Menschen, mit jetzt enttäuschten Minen, verschwanden und die kahle Landschaft mit den verlassen Häusern sich reanimierte.


